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Netz ja oder nein? Wo auf welcher Ebene erfolgt die Netzimplantation? Welches Netz? Welche Netzfixierung? Anatomische Rekonstruktion? Die Hernienchirurgie ist sich europäisch darüber einig, Netze zur Stabilisierung zu verwenden.

Gleichwohl ist dies in Deutschland nicht der Fall. Die Rezidivquote liegt in Deutschland derzeit bei 30%, also erfolgt eine „Nachoperation“ in 30% der Fälle. Die anatomische Rekonstruktion der Bauchdecke sollte aus meiner Sicht im Rectusbereich zweischichtig, im Leistenbereich dreischichtig erfolgen mit Netzverstärkung (flexibel, teilresorbierbar) in Sublay-Technik und Netzfixierung in fortlaufender Nahttechnik (Naht nicht resorbierbar). 

Die Rezidiv Hernie führt  letztendlich zu einer "Erneute Operation". Das "Rezidiv" als Wiederholungseingriff bei Bauchwandbruch, Leistenbruch, Narbenbruch hat eine deutlich höhere Komplikationsquote. Was ist eine „Rezidiv Hernie“? Oft werde ich das gefragt von Patienten, weil diese Worte für sie fremd klingen: „Wiederholungseingriff“ bzw. „Nachoperation“ bzw. „Komplikation der Voroperation“ werden verstanden.

Ein "Entlassungsbericht oder Hausarztbericht" ist kein Operationsbericht, der über die Inhalte der durchgeführten Operation informiert. Die gesetzliche Aufbewahrungspflicht für OP-Berichte liegt bei 30 Jahren, und sollten bei jeglicher Operation sofort angefordert werden. Die meisten Patienten wissen nicht, nach welchem konkreten Verfahren sie operiert wurden! Auch Angaben zum Netzimplantat (Welches Netz wurde implantiert? Wurde Ihnen das Netz vorher gezeigt?) können meist vom Patienten nicht gemacht werden. Bei vielen Patienten, die sich erneut operieren lassen müssen, also ein soganntes Rezidiv (Wiederholungseingriff) vorliegt, sollten also erstmal die OP-Berichte zu den Voroperationen eingeholt bzw. vom Patienten persönlich angefordert werden.

Nach Allgemeinanästhesie kann es zu postoperativer Übelkeit mit Erbrechen kommen. Bei jedem Dritten Patienten kommt es zur Übelkeit und Erbrechen nach Allgemeinanästhesie. Die Risikofaktoren ergeben sich aus dem "Apfel Score". Die Art der Allgemeinanästhesie (TIVA : total intravenöse Anästhesie mit Propofol) sowie die prophylaktische Gabe von Antiemetika (5-HT3-Antagonisten wie Odansetron und Dexamethason) und der Verzicht auf Opiatgaben im Aufwachraum verringern deutlich das Risiko hierfür.

Wundinfektionen in der Chirurgie gelten als prinzipiell vermeidbar. Oft sind es nosokomniale Infektionen (Krankenhausinfektionen), wobei 60% der Keime schon Resistenzen gegen Antibotika aufweisen. Den aktuellen Stand der Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) beruhen auf ca. 400 gesichteten Studien. Dem gemäß werden folgende präoperativen Maßnahmen empfohlen als "Leitlinien" zur Prävention postoperativer Wundinfektionen: